Samstag, 8. März 2014

Frühlingsboten - Blumen zum Frauentag

Wieder mal eine kleine Abweichung. Denn eigentlich ist der Blog ja den Gehölzen gewidmet und nicht den krautigen Pflanzen. Diese passen aber sehr wohl in einen botanischen Garten. Besonders im Frühling ist es auch ein freudiger Anblick, diese oft sehr farbenfrohen Vertreter der Flora zu entdecken.
Zudem macht es mir Freude, diesen Beitrag den Frauen zu widmen - ist doch heute internationaler Frauentag. Also meine Lieben, nehmt von mir einen kleinen Strauß von Frühlingsblumen entgegen.

Ich beginne mit den Krokussen. 

Familie: IRIDACEAE
Gattung: Crocus 

Krokusse sind Knollen-Geophyten, d.h. sie überwintern als Knollen unter der Erde. Ihre Blüten sind violett, gelb oder weiß. In ihrem Inneren sind drei Staubblätter verborgen, welche bei den von mir am 2.3. des Jahres abgelichteten Exemplaren kräftig dunkelgelb/orange leuchten. Das von uns zum Färben und Würzen von Speisen benutzte gelbe Safran ist im übrigen ein Krokus (Crocus sativus). Die schwertförmigen (IRIDACEAE=Schwerliliengewächse) Blätter der Pflanze weisen einen auffälligen weißen Mittelnerv auf - schön in der Draufsicht zu erkennen.





Die Nummer zwei in meinem Frauentagsstrauß ist (sinnbildlich) das Schneeglöckchen, denn pflücken darf ich es nicht, da es unter Naturschutz steht.

Familie: AMARYLLIDACEAE
Gattung: Galanthus


Galant überreiche ich also Galanthus (ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den griechischen Worten für Milch und Blüte). Weiß wie Milch ist die Blüte. Diese hängt - eben wie ein Glöckchen. Unser einheimisches kleines Schneegglöckchen (Galanthus nivalis) trägt an der Außenseite der Blütenblätter einen auffälligen, bogenförmigen grünen Fleck. Die kleine Blume wird nur 20 cm hoch. Auch die Schneeglöckchen sind Geophyten. Allerdings überwintern sie nicht als Knolle, sondern als Zwiebel.  
Das Schneeglöckchen sieht anmutig aus, ist jedoch giftig. Als Narzissengewächs (AMARYLLIDACEAE)  gehören sie zur Ordnung der Spargelgewächse.
































Wenn es um den Frühling geht, dürfen selbstverständlich die Veilchen nicht fehlen. So füge ich dem kleinen Strauß noch das Duftveilchen (Viola odorata) hinzu. 

Familie: VIOLACEAE
Gattung: Viola


Mit den Veilchen haben wir auch die dritte Art der Geophyten, nämlich die Rhizom-Geophyten. Diese überwintern in einem Rhizom, was so etwas ähnliches wie ein Wurzel, aber eben keine solche, sondern ein Spossachsensystem ist. Das was wir bei Ingwer essen oder als Getränk aufbrühen ist z.B. ein Rhizom.
Das Duftveilchen wird sowohl zu Parfüm, als auch zu Medizin verarbeitet. Letzteres aber heutzutage wohl nur in der Naturmedizin. 
Bei Wikipedia ist viel zur Mythologie des Veilchens beschrieben. Wer mag, kann das dort nachlesen. 
Die Blüten sind violett. Im Gegensatz zu den beiden anderen Blumen, welche sich in unserem kleinen Frauentagsstraß befinden, sind die Blätter des Veilchens nicht lang und schmal, sondern eher rundlich. 























Eines hatte ich ganz vergessen, trage es aber gern nach: das Gänseblümchen (Bellis perennis).

Familie: ASTERACEAE
Gattung: Bellis

Auch das diese, wohl jedem von uns vertraute Pflanze ist mehrjährig und "entspringt" im Frühjahr einem Rhizom. Manche Wiese, auch hier im BGFAS ist übersät  von dieser schönen weißen Blume. Durch Wikipedia wurde ich darüber belehrt, dass das was ich bislang für eine Blüte hielt, eine Scheinblüte ist. Diese setzt sich aus über 100 einzelnen Blüten zusammen. Außen die weißen weiblichen Zungenblüten und innen die gelben, zwittrigen Röhrenblüten. Also "richtige männliche" Blüten gibt es hier offenbar nicht. Und trotzdem klappt es mit der Fortpflanzung.


1 Kommentar:

  1. Auch nachträglich angeschaut - danke für die hübschen Blüher. Schneeglöckchen sind mir dieses Jahr auch zugeflogen..., die Krokusse kümmern hier im Wald, aber das Veilchen erobert sich immer wieder kleine Stellen im Garten. GrüßeGhislana

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