Samstag, 12. Juli 2014

Gedanken zu einem Gedanken. "Essbare Stadt"

Neu ist der Gedanke nicht. Aber es muss ja nicht immer alles neu erfunden werden, häufig lohnt es sich, Sachen welche bereits erfunden wurden nachzunutzen. Konkret geht es bei der essbaren Stadt darum, bei Neupflanzungen im öffentlichen Raum stärker auf einheimische Obstgehölze zu setzen. 
Es klingt auf den ersten Blick wirklich gut, auch in der Stadt Kirschen, Pflaumen und Äpfel pflücken  zu können und vor allem den Stadtkindern zu zeigen, woher  diese Früchte kommen. 
Ich las über diese Idee in der Berliner Woche vom 18.6.2014 und fand hier einiges Überdenkens- und Bedenkenswertes.


Mein erster Gedanke war: gibt es doch. Im BGFAS wachsen sowohl Esskastanie und Walnuss, als auch Apfel, Kirsche, Pflaume. Die Liste der essbaren Früchte ließe sich ergänzen. Die Frage für mich lautet hier nicht, "muss etwas gepflanzt werden, um es den Stadtkindern zu zeigen" sondern: "wird das vorhandene Potential genutzt, um es den Stadtkindern zu zeigen und zu erklären". Diese Frage kann ich für mich selbst nicht beantworten, da ich keine schulpflichtigen Kinder oder Enkel habe.
Zum Zweiten. Stadtrat Nünthel spicht es an, ordentliche Baumpflege muss regelmäßig und korrekt erfolgen. Das kostet Geld. Die jetzige Methode des seltenenen, dafür um so heftigerem Brutalschnittes* überleben Pappeln für eine gewisse Zeit. Bei Obstgehölzen dürfte es dazu führen, das wir an ihnen kein Obst sehen. An den hier im BGFAS wachsenden und mit der Kettensäge geformten Johannisbeersträuchern, habe ich bisher nur sehr wenige und nur ausgesprochen kleine Früchte erleben können. Ich gestehe aber ein, dass kann durchaus auch andere Ursachen haben, welche nichts mit der Pflegeweise zu tun haben. Der Fakt das man hier das propagierte Ziel nicht umsetzen kann, bleibt allerdings. Demgegenüber sind an den hier zu findenden Arten von Prunus durchaus vorführbare und vor allem essbare Früchte in Hülle und Fülle zu finden.

Als interessante Ergänzung fand ich in der Berliner Woche vom 16.7.2014 einen Artikel über den 1. Lichtenberger Schulgartenwettbewerb. Immerhin 19 Projekte nahmen daran teil und stellten ihre Ideen zur Vermittlung von Naturwissen an Kinder vor. Prima!




* meine persönliche Bezeichnung für das, was uns im allgemeinen als Kappungs- und Starkastschnitt begegnet. Oder wie will man den Schnitt, welche außerhalb jeglicher Erkenntnisse und Regeln (siehe Baumschutzverordnungen, welche bestimmen bis zu welcher Stärke Äste beschnitten werden dürfen) Kronen von Bäumen vollständig verstümmeln benennen?

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