Samstag, 5. Juli 2014

Schnecken - Teil 1 - Bänderschnecken

Seit wann gibt es Blattsalat? Die Asterales zu welchen diese beliebte Pflanze gehört soll lt. Wikipedia ziemlich jung sein. Die ältesten Fossilien von Asternartigen sind 29 Millionen Jahren alt. Wenn er aber immer aufgegessen wurde, gibt es logischerweise keine Fossilien vom Blattsalat. Meine These besagt: Blattsalat gibt es seit wenigstens 500 Millionen Jahren. Er gehört nämlich zu den Lieblingsspeisen der Gastropoda - uns als Schnecken bekannt und von Gartenfreunden gefürchtetes Raubtier. Diese existieren nämlich bereits seit so langer Zeit. So sagen es Fossilien. Auch wenn wir das nur auf Land bewohnende Schnecken reduzieren, kommen wir auf 200 Millionen Jahre. Es wäre recht unlogisch, wenn Lebewesen bereits länger existieren als ihre Ernährungsgrundlage.
Gartenfreunde sollten eigentlich froh sein, dass ihre Salate und Früchte von unabhängigen Experten als wohlschmeckend eingeschätzt werden.


Schnecken gehören zu den Weichtieren (Mollusca) - nicht zu verwechseln mit den Weicheieren, welche zu den Chordatieren (Chordata) gehören.

Schnecken leben sowohl im Wasser, als auch auf dem Land. Da es im BGFAS keine größeren Gewässer gibt, betrachte ich hier in meiner oberflächlich unwissenschaftlichen Art nur die Landschnecken. Dabei sind mir - grob unterteilt zwei verschiedene Schnecken aufgefallen: Schnecken mit Haus und Schnecken ohne Haus.  Beide leben auf großem Fuß. Am Fuß befindet sich auch der Kopf. Oberhalb des Fußes liegt der Eingeweidesack, in welchem sich alle wichtigen Organe befinden. Deren Art ist praktisch identisch mit der von uns Menschen. Es gibt ein Herz, eine Lunge, einen Magen, Niere, Organe zur Fortpflanzung. Bei Schnecken sind das gleich beide unter den von uns bekannten lateinischen Bezeichnungen. Schnecken sind, um die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit zu erhöhen nämlich Hermaphroditen und können sich mit jedem Partner ihrer Art fortpflanzen. Das sogar gleichzeitig und gegenseitig. Vorher streicheln sie sich. Bis zu 24 Studen! Amors Liebespfeil ist im übrigen Bestandteil des Liebeslebens von Schnecken. Wer mag kann das ergoogeln. Irgend etwas fehlt da noch. Stimmt! Es fehlt das Gehirn. Ein Gehirn, so wie wir es kennen haben Schnecken nicht. "Nur" ein Nervensystem mit Nervenknoten. Was uns zeigt, auch ohne richtiges Gehirn als Zentrum der Datenspeicherung und Verarbeitung kann man Reize der Umwelt aufnehmen und verarbeiten und das Leben steuern. 
Sinne von Schnecken sind recht interessant. So riechen Schnecken nicht am, sondern mit dem Fuss. Und das sogar sehr gut. Mit diesem schmecken sich auch. Sehen können Schnecken wie wir mit den Augen (vorn an den zwei oberen Fühlern), zwar nur schwarz/weiß aber besser als wir meinen. Die Augen haben bei den hochentwickelten Landschnecken sogar eine Linse. Welche sich mangels Muskeln jedoch nicht die Fähigkeit hat scharf zu stellen. Auch mit dem Mantel und der Körperoberfläche sehen Schnecken. Hier jedoch nur hell/dunkel.


Jetzt wird es konkret. Teil 1 soll sich ja den Bänderschnecken widmen. Das sind Schnecken mit Haus. Diese Häuser haben umlaufende Farbbänder. Daher der Name. Zwei Arten habe ich hier entdeckt.

- die Garten-Bänderschnecke (Capaea hortensis)
- die Hain-Bänderschnecke (Capaea nemoralis)


Beide tragen ein etwa rundes Haus mit sich herum, dessen Höhe und Breite etwa 20 mm beträgt, wenn die Tierchen erwachsen sind. Ich kann sie durch den unterschiedlichen Mundsaum voneinander unterscheiden - das ist der Rand des Gehäuses, aus welchem Kopf und Fuß der Schnecke herausschauen. Dieser ist bei der Garten-Bänderschnecke meist hell, bei der Hain-Bänderschnecke mehrheitlich dunkel. Woran man erkennt, das mein persönliches Bestimmungsmerkmal nicht 100-prozentig zum Erfolg führt. 



Die Hain-Bänderschnecke findet man häufig in gelber und brauner Grundtönung, wie auf den Bildern links zu sehen. Die Farben können aber durchaus variieren. Für Landschnecken ist die Hain-Bänderschnecke ein wirklich farbenfroher Vertreter. Schön auf den Fotos zu erkennen ist das braune Band, welches sich um die bis zu 5 1/2 Windungen des Gehäuses zieht. Diese kann man im unteren Bild nachzählen. Es muss nicht bei dem einen Band bleiben. Ich las schon von 5 Bändern, mit welchen sich die Schnecken schmücken. Unsere Schnecke schaut ganz vorsichtig heraus und prüft, ob es lohnt loszurennen. Die Fühler mit den schönen dunklen Augen blicken scheu unter dem dunklen Mundsaum hervor. Die Querstreifung kennzeichnet das Wachstum des Gehäuses.
Im Foto unten ein Exemplar mit mehreren Bändern. Von Windung zu Windung unterschiedlich stark ausgeprägt. Auch hier ist eines der Augen deutlich erkennbar.

Hain-Bänderschnecken ernähren sich nicht von Blattsalat, sondern vor allem von abgestorbenen Pflanzenteilen, Aas und Algen - wirkt also vor allem als Destruent und nicht als "Gartenschädling".
























Von der der Garten-Bänderschnecke konnte ich bisher nur ein Exemplar entdecken und ablichten. Der Unterschied des hellen Mundsaumes ist klar erkennbar. Aber wie schon gesagt - es gibt auch Hain-Bänderschnecken mit hellem oder gar unterdrücktem Mundsaum. Ich denke aber, zu Verdeutlichungung des Unterschiedes genügt es, dieses Bild zu zeigen. Selbst wenn es eine Hain-Bänderschnecke wäre.

Ernährungsbasis dieser Art sollen vor allem Algen sein, wozu eigentlich der Fundort - ein Blatt nicht passt.

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