Donnerstag, 15. Mai 2014

Pappeln - wandelbare Position

gekappte Bäume (linkes Foto) in
einer geschützten Grünanlage
Nein, nicht die Position der Pappeln im Sinne des Standortes, sondern unsere menschliche Position, im Sinne unserer Einstellung zu und unseres Handelns gegenüber den Pappeln ist hier gemeint. Auch dient mir die Pappel quasi als Metapher für unser allgemein übliches Verhalten gegenüber Bäumen.



Bei Pappeln wird dieses Verhalten besonders augenfällig. Wie sieht das aus? Dort wo wir als Mensch schnell eine grüne Wohnumwelt haben möchten, hilft uns dieser schnellwüchsige und anspruchslose Baum, diesen Wunsch zu erfüllen. Ruckzuck wachsen die Bäume in die Höhe, verschönern durch ihr Grün unser Umfeld, spenden uns Schatten (welcher manchmal unerwünscht ist), reinigen die Luft. 



Wir sollten ihnen also dankbar sein. Aber menschliche Dankbarkeit ist schon gegenüber Menschen eine unsichere Sache. Was kann man da gegenüber Bäumen erwarten? Richtig! Nichts! Denn bereits nach wenigen Jahrzehnten werden die Bäume lästig. Pollen verunzieren unsere frisch polierten Autos, Zweige und gar größere Äste drohen die KFZ zu beschädigen, welche wir unter Pappeln geparkt haben.  Auch wenn dort kein Parkplatz ausgewiesen ist, muss selbstredend etwas am  Baum "gepflegt" werden, nicht etwa das Auto weg. Denn einen Parkplatz zu haben, gehört offenbar zu den wichtigsten Menschenrechten. Das klingt sicher etwas zynisch, aber als Betrachter im Sinne der Bäume, kann man durchaus diesen Eindruck bekommen. Das die Kronen von Bäumen gekappt werden, konnte ich allein bei mir im Wohngebiet, an Dutzenden von Beispielen erkennen, dass Kraftfahrzeuge, welche unerlaubterweise auf Baumscheiben parken abgeschleppt werden, habe ich noch nicht erlebt.

Ein aktuelles Rundschreiben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung sieht als Größe für die zu berücksichtigen Baumscheibe bei Straßenbäumen übrigens sowieso nur 4 m² vor. 



1 Kommentar:

  1. das ist nicht nur im BGFAS, sondern überall in der Stadt zu sehen.

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