Sonntag, 13. Januar 2013

Bäume im Winter - Eiche


tief gefurcht und klar sichtbare Rosette Das hat
dem Baum sicher viel Kraft gekostet. Das innere der 
Rosette hat 18 cm Durchmesser.
früh knorrt sich, was eine Eiche werden will





















Für den Profi sicherlich kein Problem. Für uns als der Natur ferne Stadtbewohner, im Winter gar nicht so einfach zu erkennen. In meinem Kiez dadurch besonders kompliziert, da selten ein unversehrter Baum zu finden ist, welche uns das "typische" zeigt. Typisch ist sehr vorsichtig anzuwenden, stellt doch jeder Baum ein Individuum dar, welches sich vom Nachbarbaum der gleichen Art unterscheidet. Dazu ist sein Wuchs auch noch vom Standort abhängig. Das Standardproblem im FAS kommt dazu - die Bäume sind alle relativ jung. Bäume welche 300 oder 500 Jahre alt werden können, hatten noch nicht so richtig Zeit ihren Art-typischen Charakter auszubilden. Bei uns Menschen ist das ja so ähnlich. Das betrifft auch die hier betrachtete Quercus robur, die Stil-Eiche. Einer der langlebigen Bäume. Dieser wirkt schon aus der Entfernung knorrig. Starke Äste streben zur Seite sowie aufwärts und sind dabei nicht gerade sondern verdreht. Einen bis weit nach oben in die Krone führenden Stamm gibt es nicht unbedingt. Die Krone wird durch starke Äste gebildet. Mein Beispielbaum ist erst 50 Jahre alt, quasi noch in der Pubertät. Schon darum ist sein Stamm dem gegenüber befindlichen Kindergarten zugeneigt und die Äste in dessen Richtung ausgestreckt. Er fühlt sich manchmal noch als Kind. Auch mit der Knorrigkeit ist es noch nicht so weit her. Manche Linde, Ahorn oder Esche hat ebenfalls zur Seite strebende Äst, welche verdreht wachsen. Wir sollten daher ein wenig näher an den Baum herantreten. Die Borke der Stil-Eiche ist stark und tief gefurcht. Das ist viel stärker ausgeprägt als bei Linde und Spitz-Ahorn. Da wir all diese Bäume hier zur Verfügung haben, lässt sich das gut vergleichen. Wenn wir schon mal ganz dicht am Stamm sind, sehen wir ein weiteres Merkmal, welches ich typisch für die Eiche halte. Alte Überwallungen, also Stellen an welchen der Baum Reparatur- und Sicherungsarbeiten vorgenommen hat, weil Äste aus Lichtmangel abgestorben sind oder durch Baumpfleger entfernt wurden, sehen aus wie eine Rosette. Allerdings nur, wenn die Entfernung  des Astes dicht genug am Stamm erfolgte. Der Schnitt ist offensichtlich sehr fachmännisch ausgeführt worden - d.h. ohne Verletzung des Astkragens.
Wem das alles noch nicht genügt kann ja mal unter den Baum nachsehen, ob sich da noch Blätter finden. Manch Eiche lässt auch noch Blätter hängen.

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