Samstag, 4. August 2012

Gestern und heute - zum Zweiten

Ausschnitt aus einer Ansichtskarte des Verlages BILD UND HEIMAT - REICHENBACH (VOGTL) Foto: Kampmann, Berlin
die Vergangenheit lässt sich nicht zurückholen. Das mögen wir häufig bedauern und manchmal erfreut zur Kenntnis nehmen. In Bezug auf die Begrünung im Kiez überwiegt bei  mir auf jeden Fall die Freude. Bedauerlich ist nur, dass ich noch nicht so lange hier lebe um das Wachsen dieser Bäume bewusst erlebt zu haben. Auf der bereits als Vergleich herangezogenen 30 Jahre alten Ansichtskarte ist ein weiteres Bild unseres Wohngebietes zu sehen. Es zeigt einen Blick von der Schulze-Boysen Straße in Richtung der Mauritiuskirche. Jene ist wohl das, nach den Resten der Eckertschen Landmaschinenfabrik am anderen Ende des Kiezes älteste Gebäude im Revier.
Eine Verbindung zwischen Schulze-Boysen und der Mauritiuskirche besteht nicht nur optisch auf den Fotos. Geschichtlich besteht sie darin, das Domprobst Bernhard Lichtenberg, ebenso wie die Schulze-Boysens aktiv Widerstand im Dritten Reich leistete. Bernhard Lichtenberg war an der damals ganz neuen (2012 jährt sich zum 120ten mal die Einweihung) St. Mauritius von 1900 bis 1902 Kaplan. Eine Gedenktafel erinnert daran - wie übrigens auch eine Tafel am Pfarrhaus von St. Marien in der Karlshorster Gundelfinger Straße, an welcher mich Anfang der 60er Jahre oft mein Heimweg von der Schule vorbei führte.

Aus der alten Perspektive kann ich heutzutage gar nicht mehr fotografieren - jedenfalls nicht um ein sinnvolles Vergleichsbild zu erhalten. Der Fotograf befand sich damals vermutlich auf dem Dach des alten Wohnhauses in der Schulze-Boysen Straße. Man sieht es angeschnitten auf meinem aktuellen Foto. Würde man von dort in Richtung St. Mauritius fotografieren, sähe man lediglich Blätter. Es ist tatsächlich beeindruckend wie hoch die Bäume geworden sind. manche haben fast die Größe der über 30 Meter hohen 11-Etagen Häuser.

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